"crimeic 1.0" war ein Pilotprojekt, das teilnehmenden Inhaftierten der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel die Möglichkeit geboten hat, mittels neuer Kommunikationsformen mit freiwilligen Peer-Onlinebegleitern in Kontakt zu treten.

 

Für dieses „Neuland“ der ehrenamtlichen sozialen Arbeit haben wir einen Begriff geschaffen, der unser Anliegen umfassen und erklären sollte:

"crimeic" setzt sich aus den englischen Wörtern

crime (deutsch: Kriminalität, Verbrechen, Straftat u. a.),

investigation (deutsch: Untersuchung, Erforschung, Erhebung u. a.) und

communication (deutsch: Kommunikation, Mitteilung, Benachrichtigung u. a.)

zusammen.

 

Unsere Klienten sind Häftlinge im deutschen Strafvollzug gewesen – Sie sind Menschen, die wegen einer Straftat verurteilt worden sind. Der Vollzug dieser Sanktion aber ist nicht mehr allein darauf gerichtet, die Freiheit zu entziehen; der Vollzug soll auch dazu befähigen, dass nach der Verbüßung ein Leben ohne Kriminalität gelebt werden kann.

 

Und hier setzt unsere Idee an:

Wir wollen beitragen, Hilfe zur Resozialisierung und zur Prävention zu geben.  

 

Wir wollen die bestehenden Angebote ehrenamtlicher Vollzugshilfe ergänzen und erweitern:

Unser Anspruch, technisch unterstützte Formen des Miteinanders sinnvoll und sicher mit dem Strafvollzug zu verbinden, beschreitet neue Wege. Die sich ergebenden Möglichkeiten sowie deren Umsetzung in die tägliche Praxis haben wir im Rahmen des Pilotprojekts eingehend geprüft.  

 

Und hierbei stand stets das Handeln aller Beteiligten im Mittelpunkt:

Die Kommunikation sollte als Medium helfen, dass Inhaftierte außerhalb ihrer Zwangsgemeinschaft ihre Eindrücke des Hafterlebens, ihr Fühlen und Wollen mit Hilfe eines etwa gleichaltrigen Begleiters via Mail verarbeiten konnten. Ein Prozess bei dem alle voneinander gelernt haben.

 

Es folgen die wichtigsten Eckdaten über das abgeschlossene Pilotprojekt:

Projektleitung:

Peter Lutz Kalmbach

Tim Krenzel

Projektbetreuung:

Prof. a.d. PA Dr. Daniela Klimke

Prof. em. Dr. Helmut Kury

Laufzeit der Pilotphase:

06. November 2015 bis 06. Februar 2016

Evaluierung und Auswertung des Projekts:

 

Zwecks Evaluierung und Auswertung des Projekts wurden nach Ablauf der dreimonatigen Pilotphase die bis zum Februar 2016 erhaltenen Daten durch Interviews mit den Beteiligten ergänzt, die Erhebungsphase mithin abgeschlossen. Die dann im Rahmen der gemeinsamen Masterarbeit dargestellten Ausarbeitungen stehen seit Mitte 2017 als Buch zur Verfügung.

Fortsetzung des Projekts:

Die als sinnvoll und erfolgreich einzustufende Onlinebegleitung im Strafvollzug soll fortgesetzt werden! Die beiden Projektleiter würden sich insoweit mit einem neuen Konzept an ihre Kooperationspartner sowie an Interessierte wenden und überlegen, wie eine dauerhafte Etablierung der Onlinebegleitung im Strafvollzug finanziell, personell und logistisch in einem realistischen Rahmen ermöglicht werden kann. Dergestalt könnte eine neue Konzeption auch weitere Förderer und Unterstützer berücksichtigen.

Finanzierung:

Das Angebot von "crimeic"  wurde - und wird - bislang durch die Eigenfinanzierung der beiden Gründer und Verantwortlichen von "crimeic", aber auch durch Spenden getragen. Der nach Auswertung des bisher erhobenen Datenmaterials geplante Neustart von "crimeic" als dauerhaftes Resozialisierungs- und Hilfeangebot wird auch weiterhin auf Geldspenden angewiesen sein. Hier hilft jede Zuwendung von Förderern und Unterstützern. Im Hinblick auf die verhältnismäßig geringen Kosten sind insoweit auch kleine Spendenbeträge von besonderem Gewicht!

Kooperationen:

Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel und Polizeiakademie Niedersachsen 

Weitere Informationen finden Sie unter "Kooperationspartner & Wegbegleiter"

Unter der Rubrik "Berichterstattungen/Presse" finden Sie aktuelle Presseartikel über das studentische Pilotprojekt sowie Bildmaterial für Ihre Berichterstattung.